Lyrics · Gedichte · Texte by Jost Schalling
Gedicht vom Lauf der Zeit
Zeitlauf
Lautlos rinnt die Zeit durchs Glas, kann man sie auch nicht hören,
wir wissen um ihr endlos Maß und lassen uns betören.
Das Leben rinnt und zeigt sich bunt, in tausenden Fassetten,
das Meer kehrt heim an seinen Strand, um wieder zu verebben.
Wasser steigt zum Himmelszelt, will sich zum Kreislauf schließen,
fällt es herab seit ewig schon, um Feld und Wald zu gießen.
Regen tränkt mir mein Gewand, nur sanft und doch mit Kraft,
erfrischt zum frösteln, zeigt uns auf, was mit Geduld man schafft.
Lautlos rinnt die Zeit durchs Glas, erblickt das Kind die Welt,
der Schmerz sitzt noch im Mutterschoß, bereits das Haar erhellt.
Noch rinnt die Zeit noch steht das Glas, recht fest wie wir im Leben,
die Antwort wie lang dies so bleibt, kann keiner jemals geben.
Trifft Sonnenlicht zum letzten Mal, den Augengrund mit schmerz,
erlischt der Glanz, der so geliebt, mit Tränen bis ins Herz.
Lautlos rinnt die Zeit durchs Glas, im Innern scheint ein Licht,
beschrieben ward es tausendmal, nur glauben wollt ich's nicht.
Wie Kraft, die nie verloren geht und Wasser läuft im Kreise,
wird auch das Leben endlos sein, doch nur auf seine Weise.
Info:
Geschrieben von Jost Schalling · Chemnitz, den 01.12.2004
Das "Gedicht vom Lauf der Zeit" wurde von der BRENTANO-GESELLSCHAFT Frankfurt/M. in der FRANKFURTER BIBLIOTHEK 2008 (Kategorie A) veröffentlicht.
Zitat (Brentanogesellschaft):
"Die Frankfurter Bibliothek gehört zu den am meistenverbreiteten Lyrikveröffentlichungen der letzten Jahrzehnte. Sie wird weltweit in den bedeutendsten Bibliotheken eingestellt, z.B. in der Wiener Staatsbibliothek, in der Schweizer Nationalbibliothek, in der Französischen Nationalbibliothek und in der National Library of Congress in Washington."
